Restnutzungsdauer-Gutachten: Der Steuertrick, den viele Immobilieneigentümer übersehen
Ein Haus kann 80, 100 oder sogar 120 Jahre alt werden. Steuerlich betrachtet sieht die Welt jedoch oft ganz anders aus. Genau hier kommt das Restnutzungsdauer-Gutachten ins Spiel.
Die entscheidende Frage lautet dabei: Wie lange kann eine Immobilie wirtschaftlich noch genutzt werden? Die Antwort beeinflusst nicht nur den Immobilienwert, sondern – tadaaa! – auch die Abschreibung. Und damit die Steuerlast.
Restnutzung: warum das Alter allein wenig aussagt
Wer ein älteres Mehrfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung kauft, denkt oft: Je älter das Gebäude, desto kürzer seine verbleibende Lebensdauer. So einfach ist es nicht.
Modernisierungen, Sanierungen, der bauliche Zustand und die technische Ausstattung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein umfassend modernisiertes Gebäude kann wirtschaftlich deutlich länger nutzbar sein als ein gleichaltriges, aber vernachlässigtes Objekt.
Steuertipp: mehr Abschreibung möglich
Tipp: Für viele vermietete Immobilien gilt steuerlich eine standardisierte Abschreibung. Kann jedoch durch ein qualifiziertes Gutachten eine tatsächlich kürzere Restnutzungsdauer nachgewiesen werden, erhöht sich die jährliche Abschreibung. Das kann die steuerliche Belastung spürbar reduzieren.
Ein einfaches Beispiel:
Wird ein Gebäudeanteil von 300.000 Euro statt über 50 Jahre nur über 25 Jahre abgeschrieben, verdoppelt sich die jährliche Abschreibung rechnerisch von 6.000 auf 12.000 Euro.
Wann lohnt sich ein Gutachten zur Restnutzungsdauer?
Besonders interessant kann ein Restnutzungsdauer-Gutachten bei älteren Immobilien sein, die nicht umfassend modernisiert wurden. Auch bei Investitionsentscheidungen, Finanzierungen oder Verkaufsüberlegungen liefert es wertvolle Informationen über den tatsächlichen Zustand und die wirtschaftliche Perspektive eines Gebäudes.
Blick hinter die Fassade
Ein Restnutzungsdauer-Gutachten bewertet nicht den aktuellen Marktwert einer Immobilie. Stattdessen untersucht es, wie lange das Gebäude unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten voraussichtlich noch genutzt werden kann. Dafür fließen unter anderem Bauzustand, Modernisierungen, bauliche Substanz und weitere objektspezifische Faktoren in die Bewertung ein.
Für Eigentümer kann sich deshalb ein genauer Blick lohnen. Denn manchmal steckt die größte Renditechance nicht im Dachausbau oder der neuen Heizung – sondern in einer Zahl, die bislang niemand hinterfragt hat.
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